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Anti-Stress-Mittel für die Landwirtschaft: Biostimulanzien

Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 20 Ländern kamen vom 13. bis 15. Oktober zur AMALGEROL Konferenz in Salzburg zusammen – darunter aus Österreich, Slowenien, Ungarn, Spanien und Bulgarien. Unter dem Motto „STRESS LESS with AMALGEROL“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Landwirtschaft auf Herausforderungen durch Trockenheit, Hitze, extreme Niederschläge und Frost vorbereiten kann.

„Biostimulanzien unterstützen natürliche Prozesse im System Boden–Wurzel–Pflanze und können dessen Widerstandsfähigkeit gegenüber abiotischem Stress verbessern“, erklärt Hechenbichler-Geschäftsführer Hanspeter Hueter. „Dabei geht es nicht nur darum, unter günstigen Bedingungen höhere Erträge zu erzielen, sondern die Produktion auch unter widrigen Umständen zu stabilisieren. Das macht sie zu einem zentralen Baustein einer resilienten Landwirtschaft.“

Forschung zeigt Potenzial zur Risikominimierung

Diese Perspektive unterstrich auch David Barton, Vertreter des europäischen Branchenverbands European Biostimulants Industry Council (EBIC). In seiner Keynote ordnete er Biostimulanzien als eigenständigen Baustein des modernen Pflanzenbaus neben Saatgut, Düngung und Pflanzenschutz ein. Ihr Beitrag zur Verringerung stressbedingter Ertragsverluste eröffne neue Möglichkeiten für das landwirtschaftliche Risikomanagement.

Barton stellte dazu eine produktübergreifende EBIC-Auswertung von 114 Versuchen mit 20 Kulturen vor. In den darin enthaltenen Feldversuchen unter abiotischem Stress lag der Ertrag behandelter Pflanzen im Durchschnitt um 19,7 Prozent über jenem der unbehandelten Kontrollgruppen. Über die gesamte Auswertung hinweg nahm der relative Nutzen mit der Stärke der Stressbelastung zu. Die Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial unterschiedlicher Biostimulanzien unter den untersuchten Bedingungen; sie sind kein allgemeines Ertragsversprechen für einzelne Produkte.

Zugleich verwies Barton auf die Bedeutung nachvollziehbarer Wirksamkeitsnachweise. Die europäische Regulierung, gemeinsame Prüfstandards und die CE-Kennzeichnung hätten eine Grundlage für Vertrauen und Marktzugang geschaffen. Darauf aufbauend gelte es zu untersuchen, wie nachgewiesene Resilienzleistungen künftig auch in Förder-, Versicherungs- und Finanzierungsmodellen berücksichtigt werden könnten.

Internationale Versuche mit AMALGEROL

Konkrete Anwendungen zeigten die Forschungs- und Praxisbeiträge: In einem vorgestellten Erdbeer-Feldversuch der Universität Maribor aus dem Jahr 2026 wurde nach sechs Anwendungen von AMALGEROL ESSENCE eine Ertragssteigerung von rund 33 Prozent dokumentiert. Weitere Beiträge behandelten die Kombination von AMALGEROL und Blattdüngung bei Winterweizen in Ungarn, die Bodenqualität bei mit salzhaltigem Wasser bewässerter Gerste in Spanien sowie kulturspezifische Erfahrungen aus Bulgarien. Die Untersuchungen bilden unterschiedliche Standort- und Anbaubedingungen ab und liefern Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Anwendungspraxis.

Spezialanwendungen für gezielte Unterstützung

Wie sich das Anwendungsfeld weiterentwickelt, erläuterte Silvia Fluch, Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Hechenbichler: Langjährige Felderfahrung und bewährte Produkte wie AMALGEROL und AMALGEROL ESSENCE werden zunehmend durch gezielte, auf einem besseren Verständnis der Wirkmechanismen beruhende Formulierungen ergänzt. Entscheidend bleibt dabei der vorbeugende Einsatz, bevor Belastungen ihre volle Wirkung entfalten.

Mit AMALGEROL SUN und AMALGEROL SEED stellte Hechenbichler entsprechende Spezialanwendungen vor. AMALGEROL SUN unterstützt Pflanzen bei Hitze sowie intensiver Sonnen- und UV-Strahlung. AMALGEROL SEED setzt bereits bei der Saatgutbehandlung an und fördert Keimung, frühes Wachstum und Wurzelentwicklung. Damit lässt sich die Unterstützung gezielt auf bestimmte Belastungen und Entwicklungsphasen ausrichten.

Biostimulanzien als Erfolgsfaktor für die Landwirtschaft der Zukunft

Für Hechenbichler verändert sich die Rolle von Biostimulanzien grundlegend: vom Zusatzprodukt für höhere Erträge unter günstigen Bedingungen zum strategischen Erfolgsfaktor unter zunehmendem Klimastress. „Die entscheidende Frage ist nicht mehr nur, wie viel wir in die landwirtschaftliche Produktion investieren. Sondern wie viel das System aus den begrenzten Ressourcen machen kann, die ihm zur Verfügung stehen“, erklärt Hueter. „Wir können nicht mehr bewässern, wenn kein Wasser verfügbar ist. Und wir können nicht davon ausgehen, dass Dünger jederzeit zu kalkulierbaren Preisen geliefert wird.“

Biostimulanzien ersetzen weder Wasser noch Dünger. Sie können jedoch dazu beitragen, beides effizienter zu nutzen. Wie FMC auf der Konferenz berichtete, wurden in Spanien auch bei eingeschränkter Qualität des Bewässerungswassers gute Ergebnisse mit Biostimulanzien erzielt. Ihr Wert liegt damit nicht allein in einem zusätzlichen Effekt am Ende der Saison, sondern darin, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Produktion zu verbessern. Über das Zusammenspiel von Bodenaktivität, Wurzelentwicklung und pflanzlichen Stressreaktionen unterstützen sie die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems Boden–Wurzel–Pflanze. Entscheidend ist dabei die frühzeitige Vorbereitung. „Ausdauer entsteht nicht erst während des Marathons. Genauso müssen wir in der Landwirtschaft Widerstandsfähigkeit aufbauen, bevor Belastungen kritisch werden“, so Hueter. „Deshalb gehört AMALGEROL für uns in die Anbauplanung – nicht als letzte Rettung, wenn Schäden bereits sichtbar sind, sondern als geplanter Bestandteil der Produktionsstrategie.“ 

Prävention stärker in der Förderung berücksichtigen

Daraus leitet Hueter auch einen Appell an die Politik ab: „Wenn Biostimulanzien nachweislich dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Landwirtschaft unter schwierigeren Bedingungen produktiv zu halten, sollte sich das stärker in der agrarpolitischen Förderung widerspiegeln. Frühzeitige Vorbereitung liegt im gesellschaftlichen Interesse – ihre Kosten dürfen nicht allein bei den Betrieben bleiben.“

Hueter abschließend: “Beim Thema Biostimulanzien geht es darum, landwirtschaftlichen Erfolg und eine verlässliche Lebensmittelproduktion auch unter weniger verlässlichen klimatischen Bedingungen zu ermöglichen. Wir können die Wettervorhersage nicht ändern. Aber wir können beeinflussen, wie gut die Landwirtschaft darauf vorbereitet ist.“

Expertinnen und Experten aus über 20 Ländern waren bei der 15. AMALGEROL Konferenz in Salzburg dabei.

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